Pultdach die Dachform im Detail
Foto: Pultdach die Dachform im Detail

Pultdach – Die seltene Dachform im Detail

Schrader Haus Feibig on 27. August 2019

Das Pultdach gehört zu den Dachformen, die in Wohnsiedlungen seltener vertreten sind. Seit einigen Jahren entscheidet sich eine wachsende Zahl von Bauherren für Pultdachhäuser. Wir stellen Ihnen das Pultdach im Detail vor. Wägen Sie das Pro und Contra gründlich ab und entdecken Sie die Dachform für Ihr Eigenheim, die aus ästhetischen und funktionalen Gründen optimal zu Ihren Ansprüchen passt!

Ist das Pultdach eine geeignete Dachform für mein Eigenheim?

Das ist die Frage, die einige unserer Kunden stellen. Die meisten potentiellen Bauherren interessieren sich jedoch zunächst für andere Dachformen.

Bis heute sind Sattel- oder Walmdächer die Favoriten, wenn es um die Planung von Einfamilienhäusern oder Doppelhäusern geht. Diese bewährten Dachformen haben in unserer Region eine lange Tradition.

Der Anblick von Häusern mit Satteldach oder Walmdach ist uns vertraut und gibt uns ein Gefühl von Geborgenheit.

Doch nicht in jedem Falle passen traditionelle Dachformen optimal zu modernen Lebensgewohnheiten und Ansprüchen. Sie träumen von einem Eigenheim, dass eine einzigartige Ausstrahlung hat?

Ein fachmännisch geplantes Eigenheim mit Pultdach zieht die Blicke auf sich und bietet seinen Bewohnern modernen Komfort und viel Platz zum Leben. Möchten Sie also ein Haus kaufen, in Magdeburg oder generell in Deutschland, dann ist diese Dachform eventuell das Richtige für Sie. Unser Musterhaus Bungalow zur Kirschblüte hat beispielsweise ein Pultdach und kann von Ihnen jederzeit besichtigt werden. Wenn Sie sich auch allgemein für diesen Haustyp interessieren, dann empfehlen wir Ihnen den Artikel: Reihenhaus – Worauf Sie vor dem Kauf achten sollten.

Was ist das Besondere an einem Pultdach?

Der Name dieser Dachform ist anschaulich, denn ein Haus mit Pultdach hat die Form eines Rednerpultes.

Pultdächer zeichnen sich durch eine besonders unkomplizierte Bauform aus.

 

Pultdach kommt vom Rednerpult
Pultdach kommt vom Rednerpult

 

 

Im einfachsten Fall besteht ein Pultdach aus einer einzigen Dachfläche. Im Unterschied zum Flachdach weist das Pultdach gegenüber der Horizontalen eine Neigung auf.

Die obere Linie der Dachfläche wird als Dachfirst bezeichnet. Die Kante, die das Dach nach unten abschließt, ist die Dachtraufe. Als ‚hohe Wand‘ wird die Hauswand bezeichnet, die mit dem Dachfirst abschließt.

Häuser mit mehreren Pultdächern

Interessante architektonische Lösungen lassen erzielen, wenn ein Gebäude mit mehren Pultdächern ausgestattet wird.

Es ist beispielsweise möglich, geneigte Dachflächen gegeneinander zu versetzen und in verschiedenen Höhen anzuordnen.

Auf diese Weise lassen sich attraktive optische Effekte erzielen. Gleichzeitig ist es mit dieser Dachanordnung möglich, verschiedene Wohnbereiche voneinander abzugrenzen, die Wohnqualität zu steigern und die Funktionalität von Wohnräumen und Nebengelass zu verbessern.

In welchen Bereichen kommen Pultdächer zum Einsatz?

Pultdächer gibt es schon seit langer Zeit. Funktions- oder Gewerbebauten wie Lagerhallen, Werkstätten oder Garagen werden bevorzugt mit Pultdächern ausgestattet.

Das ist der vermutlich der wichtigste Grund, warum das Pultdach bei der Planung von und Gestaltung von Einfamilienhäusern bisher eine eher untergeordnete Rolle spielt.

In jüngerer Zeit schwinden die Vorbehalte gegenüber der unkomplizierten Dachform deutlich und das Pultdach genießt auch bei privaten Bauherren wachsendes Ansehen.

Viele gute Beispiele aus der Praxis beweisen, dass ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Reihenhaus mit Pultdach auch aus ästhetischer Sicht höchsten Ansprüchen genügen kann.

Es gibt für jeden Bauherren viele gute Gründe, diese Dachform in die Überlegungen und Planungen einzubeziehen.

Die folgenden Ausführungen über das Pultdach im Detail helfen Ihnen, das Für und Wider dieser Dachform sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Welche Vorteile bietet ein Haus mit Pultdach?

Es gibt eine Reihe von Argumenten, die für ein modernes Wohnhaus mit Pultdach sprechen.

Ein entscheidender Punkt ist der Kostenvorteil. Wegen seiner einfachen Konstruktion und der relativ kleinen Dachfläche kostet ein Pultdach weniger als ein Sattel- oder Walmdach.

Sie benötigen eine geringere Menge an Dachziegeln oder anderen Materialien zum Eindecken des Daches.

Die Lohnkosten für das Decken des Hauses sind ebenfalls niedriger. Einfacher und kostengünstiger ist auch die Regenentwässerung.

Das Wasser von der geneigten Dachfläche läuft in eine Rinne an der Dachtraufe und wird dort zentral abgeleitet.

Wollen Sie Regenwasser sammeln, ist eine zentrale Entwässerung vom Pultdach ebenfalls von großem Vorteil.

Bei einem Haus mit Sattel- oder Walmdach sind Entwässerungslösungen komplizierter und kosten mehr.

Hohe Wohnqualität und viel Platz zum Leben

In unserem Bungalow Musterhaus haben wir den Bereich unter dem Dach unbebaut gelassen. Dadurch entsteht eine tolle Raumhöhe. Damit wirken die Räume größer und weitläufiger.

 

Pultdach mit toller Raumhöhe
Pultdach mit toller Raumhöhe

 

 

Wollen Sie die Fläche unter dem Dach als Wohnraum nutzen, ist die Pultdachform sehr vorteilhaft.

Wohn- oder Schlafräume direkt unter einem Satteldach haben ihren speziellen Charme. Trotzdem weiß jeder, dass Räume mit schrägen Wänden viele Nachteile beim Einrichten des Raumes und bei der täglichen Nutzung haben.

Bei einem Pultdachhaus sieht das anders aus. Hier unterscheiden sich die Wohnräume unter dem Dach nicht oder kaum von den anderen Räumen im Haus.

Je geringer die Neigung des Pultdaches ist, desto besser lässt sich der Raum unter der Dachfläche zum Wohnen nutzen.

Sie träumen von hellen, lichtdurchfluteten Räumen? Auch in dieser Hinsicht profitieren Besitzer von Pultdachhäusern.

Große moderne Fenster lassen wesentlich mehr Licht einfallen als Dachfenster.

Solarkollektoren auf dem Pultdach

Die Nutzung erneuerbarer Energien ist ein Thema, das bei der Planung von modernen Einfamilienhäusern eine zunehmend wichtige Rolle spielt.

Wer die Energie der Sonnenstrahlen nutzt, schont die Umwelt und spart viel Geld. Auf einem Pultdach lassen sich Photovoltaik-Anlagen und Solarkollektoren gut installieren.

 

Pultdach mit Photovoltaik
Pultdach mit Photovoltaik

 

 

Die gesamte Fläche eines Pultdaches können Sie mit Solarzellen oder Kollektoren bedecken.

So können Sie Ihren Strom selbst erzeugen oder das Duschwassers kostengünstig auf die gewünschte Temperatur bringen.

Beziehen Sie die umweltschonende Nutzung von Sonnenenergie frühzeitig in Ihre Planungen ein!

Um eine optimale Ausnutzung der Solarenergie zu erzielen, muss die Traufseite des Daches in Richtung Süden zeigen. Wichtig ist ebenfalls die Neigung des Daches.

Für feststehende PV-Anlagen ohne Nachführung ist eine Dachneigung von 32 ° optimal.

Hat ein Pultdach Nachteile?

Ja, Pultdächer haben kleine Nachteile.

Im Vergleich zu traditionellen Dachformen sind Pultdächer den Witterungsverhältnissen stärker ausgesetzt.

Im Sommer kann das beispielsweise zu einem starken Temperaturanstieg in den Räumen unter dem Dach führen.

Dieser Nachteil lässt sich durch fachgerechte Planung und solide Ausführung der Dämmschichten ausgleichen.

Wichtig sind moderne Dämmmaterialien und eine saubere Verarbeitung. Eine gute Dämmung schützt Ihre Wohnräume unter der Dachhaut zuverlässig vor Hitze und Wärmeverlusten in der kalten Jahreszeit.

Reinigung des Pultdaches

Bei Pultdächern mit geringer Neigung ist der Effekt der Selbstreinigung etwas eingeschränkt.

Stehen größere Bäume in der näheren Umgebung, bleiben möglicherweise Laub oder Zweige auf dem Dach liegen.

In der Regel werden Reinigungsarbeiten von Pultdächern erst nach einigen Jahren erforderlich.

Pultdach: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Pro:

  • Einfache Konstruktion und geringerer Materialbedarf minimieren die Kosten
  • Optimale Ausnutzung des Raumes unter dem Dach
  • Große Fenster sorgen für lichtdurchflutete Räume
  • Die Abdichtung gegen Regenwasser ist einfacher als bei einem Flachdach
  • Aufwand für Regenentwässerung ist geringer als bei traditionellen Dachformen
  • Günstige Voraussetzungen für die Installation von PV-Anlagen und Sonnen-Kollektoren zur Warmwasseraufbereitung

Contra:

  • Dachhaut muss fachgerecht und besonders zuverlässig wärmeisoliert werden
  • Bei geringer Dachneigung ist der Aufwand für die Dachreinigung etwas höher als bei anderen Dachformen
  • Unter Umständen ist der Einbau eines wasserdichten Unterdaches erforderlich

Der Pultdach Aufbau

Pultdächer werden in der Regel als geneigtes Sparrendach ausgeführt.

Der Dachfirst liegt auf der höchsten Hauswand auf. Das vereinfacht die Dachkonstruktion und senkt den Materialbedarf im Vergleich zu Sattel- oder Walmdächern.

Das Pultdach selbst wird von einer Holzkonstruktion aus Sparren getragen.

Auf dieser Konstruktion liegt die Außenhaut des Daches.

 

Pultdach Aufbau
Pultdach Aufbau

 

 

Ein Pultdach wird üblicherweise mit Dachziegeln, Schiefer, Dachpappe mit Bitumenanstrich oder mit Blechen gedeckt.

Alternativ ist es möglich, dass Pultdach zu begrünen oder Solarkollektoren zu installieren, die die Dachfläche gleichzeitig abdecken. Zwischen der Innenverkleidung des Daches und der Außenhaut befindet sich die Dämmschicht.

Was ist bei der Konstruktion eines Pultdaches zu beachten?

Anordnung und Abmessungen der Sparren sind von der zu überspannenden Fläche abhängig.

Die Dimensionen müssen von einem Fachmann berechnet werden. Wünscht der Bauherr unter dem Dach einen sehr großen Raum, sind eventuell besonders starke Träger oder Stützbalken in der Mitte des Raumes erforderlich.

Welche Neigung sollte das Pultdach eines Eigenheims haben?

Das A und O eines Pultdaches ist die Auswahl der optimalen Neigung.

Eine Faustregel besagt, dass ein Pultdach mindestens eine Neigung von 11° haben sollte.

Möglich sind Neigungswinkel bis 60°. Aus optischen Gründen sind solche großen Neigungswinkel nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.

Entscheiden Sie sich für eine Abdeckung mit Tonziegeln, wird eine minimale Dachneigung von 11° empfohlen.

Bei einem Neigungswinkel von 20° – 25 ° können Sie sicher sein, dass Regenwasser zuverlässig von einem Ziegeldach abgeleitet wird und nicht in die Dachhaut eindringt.

Außerdem ist der Selbstreinigungseffekt bei einer solchen Neigung ausreichend.

Wie wird die Pultdach Neigung berechnet?

Neigungswinkel werden üblicherweise in in Prozent oder in Grad (°) angegeben. Mit Hilfe der Winkelfunktionen lassen sich beide Angaben umrechnen.

Die Steigung in % wird folgendermaßen berechnet: (h1 – h2) / b * 100 = Steigung in Prozent.

Die Umrechnung in Grad erfolgt mit Hilfe der Tangensfunktion mit Hilfe eines Rechners oder eine Tabelle:
Steigungswinkel <°> = arctan ( Steigung (%) / 100 ) (Quelle: https://grad-prozent.de/)

Beispiel:

Die ‚hohe Wand‘ eines Wohnhauses (vom Erdboden bis zum First) ist 12 m (h1) hoch.

Die gegenüberliegende Hauswand misst vom Erdboden bis zur Dachtraufe 9,7 m (h2). Das Haus hat eine Breite von 12 m (b).

Die Rechnung ergibt dann: (12 – 9,7) / 12 * 100 = 19,17 %.
Das Pultdach im Beispiel hat also eine Neigung von 19 % etwa beziehungsweise rund 11°.

Wichtig:

  • Je stärker ein Pultdach geneigt ist, desto besser funktioniert die Selbstreinigung
  • Aus optischen Gründen sollte die Neigung eines Pultdaches nicht zu hoch sein
  • Ein Ziegeldach erfordert eine Neigung von mindestens 11 °
  • Für Solarkollektoren ist ein Pultdach mit 32 ° Neigung optimal
  • Begrünte Dächer benötigen ebenfalls eine gewisse Neigung, damit Staunässe die Wurzeln der Pflanzen nicht schädigt

 

Wie viel kostet ein Pultdach?

Im Vergleich zu anderen Dachformen sind die Pultdach Kosten in der Regel niedriger.

Dieser Vorteil ergibt sich unter anderem aus der einfacheren Konstruktion.

Im Vergleich zu traditionellen Dachformen wie Walm- oder Satteldach ist die Dachfläche bei einem Pultdach wesentlich kleiner.

 

Bungalow mit zwei Pultdächern
Bungalow mit zwei Pultdächern

 

 

Sie benötigen für das Decken des Daches also weniger Dachziegel oder andere Materialien.

Der Arbeitsaufwand beim Errichten der tragenden Konstruktion und beim Decken des Daches ist entsprechend geringer.

Sie sparen also sowohl bei den Material- als auch bei den Lohnkosten.

Fazit: Ein solide geplantes Pultdachhaus bietet viele Vorteile

Für kostenbewusste Bauherren ist das Pultdach eine gute Alternative zu klassischen Dachformen.

Entscheiden Sie sich für diese Option, brauchen Sie dennoch am Wohnkomfort keine Abstriche zu machen.

Im Gegenteil: Sie nutzen den umbauten Raum optimal aus. Sie können alle Räumen mit großen Fenstern in Standardgrößen ausstatten.

Im Vergleich zum Dachfenster bekommen Sie viel Licht zu einem günstigen Preis.

Damit Sie in Ihrem neuen Heim mit Pultdach komfortabel und sicher leben, sollten Sie sich bei der Planung von erfahrenen Fachleuten beraten und kompetent unterstützen lassen.

So können Sie sicher sein, dass Sie Ihr Traum vom schönen Wohnen in den eigenen vier Wänden schon bald wahr wird.

Sie interessieren sich für ein modernes Eigenheim mit Pultdach? Kontaktieren Sie uns noch heute, falls Sie mehr über diese interessante Dachform wissen möchten! Wir planen und bauen für unsere Kunden Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser. Profitieren auch Sie von unserer langjährigen Erfahrung. Rufen Sie uns an – wir sind jederzeit gerne für Sie da.